Böcklinkapelle

Niederlande - Der ein oder andere nimmt die kleine Kapelle vermutlich bei seinem Besuch gar nicht war, da sie ein bisschen abseits vom Weg liegt. Sie ist gegenüber vom Mini-Scooter bzw. neben der Attraktion "Der fliegende Holländer".


Info-Tafel des Europa-Park:
Marienkapelle
Grabstätte der Böcklins von Böcklinsau

Bischof Ruprecht von Straßburg belehnte Ende 1442 den Edelknecht Bernhard Böcklin mit dem gesamten Bann von Rust. Die Reichsfreiherren Böcklin von Böcklinsau haben seit dieser Zeit 18 Generationen lang auf ihrer Stammburg, dem ehemaligen Wasserschloss „Balthasarburg“ gelebt. Die damalige Tief- oder Wasserburg wurde in den Wirren des Bauernkriegs zerstört. Den Wiederaufbau des Schlosses übernahm Hans-Philipp Böcklin von Böcklinsau 1575

Ruprecht, Böcklin von Böcklinsau war der letzte Stammherr von Rust. Er hatte den Wunsch, dass die Böcklinsche Grabstätte vom Ruster Friedhof in den Schlosspark des Europa-Park verlegt wurde. Er fasste 1943 den Entschluss, die alte Grabstätte aufzugeben und die toten Familienmitglieder zu exhumieren und auf den Finkenbuck / Schlosspark zu überführen. In den Jahren 1954 und 1955 wurde dort die Grabkapelle gebaut, die am 10. Juli 1955 unter starker Beteiligung der Ruster Bevölkerung eingeweiht worden ist. Die Kapelle trägt den Namen Marienkapelle. Über der Eingangstür steht: „Sancta Maria 1954 ora pro nobis“.

Von der Kapelle aus konnte man früher bis zur Hochkönigsburg sehen. Sie ist heute von hohen Zypressen umgeben und steht inmitten des Europa-Parks. An der Außenwand der Kapelle befinden sich Grabtafeln und Grabsteine der Böcklins und ihrer Verwandten.

Der letzte Stammherr hatte den Grabstein schon zu Lebzeiten im rechten Feld mit der Inschrift versehen lassen: „Reichsfreiherr Ruprecht Ludwig Böcklin von Böcklinsau, geb. 21.06.1875, gest.“ Der, dem es gelten sollte, feierte ja damals seinen 80. Geburtstag im Ruster Schloss. Der Erbauer der Kapelle ließ sich dort in einem Eichenstamm beerdigen. Den Baumstamm ließ er zu diesem Zweck zu seinen Lebzeiten im Taubergießen schlagen. Er wurde später ausgehöhlt und zurechtgesägt.

Alljährlich wurde in dieser Kapelle der Gottesdienst der Artisten mit Zirkuspater Schönig gefeiert, bis zum Bau der Stabkirche im Norwegischen Themenbereich 1991.


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